Mobile Payment vor dem Durchbruch?

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Bereits seit einigen Jahren versuchen sich sowohl namhafte Unternehmen, als auch kleine Start-Ups mit mobilen Bezahlmethoden auf dem deutschen Markt zu etablieren. Im Gegensatz zum amerikanischen Markt gelang aber hierzulande noch keinen dieser Methoden der große Durchbruch. Dies könnte Samsung mit der neuen Mobile-Payment-Lösung „Pay“ möglicherweise bald ändern.

„Pay Wars“ – Der Kampf um den Mobile-Payment-Markt

Das Bezahlen mit dem Smartphone

Mit dem Aufstieg der Smartphones um die Jahrtausendwende begannen immer mehr Hersteller an einer mobilen Bezahlmethode zu arbeiten. Das Projekt Paybox stellte hierzulande die erste vielversprechende Mobile-Payment-Lösung dar, welche sich aber vorallem durch die unausgereifte Technik der Smartphones nicht auf Dauer beweisen konnte. Mit den technischen Weiterentwicklungen der Smartphones in den letzten Jahren stiegen daraufhin auch vermehrt bekannte Unternehmen wie Apple, Facebook, Amazon, PayPal, Google, MasterCard, Visa, T-Mobile, Vodafone oder E-Plus in den Kampf um den Durchbruch im Mobile-Payment-Markt ein. Auch kleine Start-Ups wie Cashcloud, Paij, Kesh, Yapital oder PayCash bieten heutzutage mit sogenannten E-Wallets dem Nutzer die Möglichkeit mit dem Smartphone bezahlen zu können.

Die Ebay-Tochter PayPal, mit über 162 Millionen Kunden weltweit stellt den aktuellen Marktführer im Mobile Payment-Markt dar. Allein 10% der Kunden sollen aus Deutschland kommen. Doch vorallem Apple und Google stellen PayPal nun seit geraumer Zeit immer mehr unter Druck. Samsung möchte mit einer alternativen Bezahlmethode nun an den Konkurrenten vorbeiziehen.

Die Lösungsansätze im Mobile Payment

Zwar verfolgen alle Unternehmen das gleiche Ziel, die Umsetzung und die angebotenen Funktionsumfänge unterscheiden sich allerdings von Anbieter zu Anbieter relativ stark. Die Anwendung des luxemburgischen Startups Cashcloud verbindet beispielsweise das Bezahlen in Online-Shops, den Geldtransfer unter Nutzern, das Bezahlen im stationären Handel und den Einsatz von Coupons und Cashback-Aktionen miteinander. Firmen wie Apple setzen wiederum lediglich auf das Bezahlen im stationären Handel. Experten gehen allerdings davon aus, dass gerade Unternehmen wie Cashcloud, mit ihren All-in-One-Ansätzen in Zukunft das Rennen machen werden. Das Ziel der Unternehmen sollte also nicht nur das Bezahlen in Geschäften sein, sondern vielmehr dem Nutzer die Möglichkeit bieten zu können weder Bargeld, noch EC-, Kredit oder Kundenkarten bei sich führen zu müssen. Außerdem muss den Nutzern die Möglichkeit geboten werden, Geld von Nutzer zu Nutzer überweisen zu können.

QR-Codes, NFC oder doch lieber BLE? Samsung wählt anderen Weg

Bezahlen mit QR-Code

Mit der Übernahme von Looppay will Samsung nun mit „Pay” den Mobile-Playment-Markt revolutionieren.

Einer der Gründe für den fehlenden Durchbruch der mobilen Bezahlsysteme könnte vorallem die Vielfalt der verschiedenen Lösungsansätze sein. Viele Akzeptanzstellen sind sich unsicher, welche der Lösungsansätze in den kommenden Jahren den Durchbruch meistern könnte und reagieren zögerlich mit einer möglichen Umrüstung. Während Cashcloud, Vodafone, T-Moblie oder E-Plus auf NFC-Technologien (Near Field Communication) setzen, setzen PayCash, Yapital oder Kesh auf die Technologie der QR-Codes. Apple und PayPal verfolgen die neue BLE-Technologie (Bluetooth Low Energy), welche im Gegensatz zu NFC eine höhere Reichweite bietet. Samsung setzt mit „Pay” wiederum auf altbewährte Magnetstreifen, die LoopPay bereits in über 10 Millionen Geschäftsstellen eingeführt hatte. Mit dieser Technologie stellt Samsung sicher, dass dieser Dienst von über 90% der Händler sofort eingesetzt werden kann, ohne dass dabei Umrüstungskosten, wie es bei NFC- oder BLE der Fall wäre, anfallen. Dies könnte möglicherweise der entscheidene Schritt im Mobile-Payment-Markt sein, da Händler und Geschäfte nicht zuvor über den möglichen Eigennutzen einer Umrüstung spekulieren müssen. Die nächsten Jahre wird sich zeigen, welcher der genannten Anbieter den Markt für sich entscheiden kann und ob PayPal damit möglicherweise abgelöst werden kann.

Mobile Payment

Samsung steigt mit „Pay“ in den Mobile-Payment-Markt ein

Mit der Vorstellung des Samsung Galaxy S6 und dem Samsung Galaxy S6 Edge präsentierte Samsung kürzlich eine neue Mobile-Payment-Lösung namens Pay. Samsung übernahm für dieses Projekt den Anbieter LoopPay. Im Sommer 2015 soll der neue Bezahldienst in USA und Südkorea ins Rennen gehen und soll sich vorallem gegen den engsten Konkurrenten Apple Pay behaupten. Bereits beim diesjährigen Mobile World Congress gab Samsung bekannt, dass die LoopPay-Technologie schon im Samsung Galaxy S6 von Werk aus integriert sein wird.

Ist die Zeit der mobilen Bezahlung gekommen?

Für viele Geschäfte und Händler weltweit gab es in der Vergangenheit noch keinen eindeutigen Grund für eine Umrüstung zu einer bestimmten Mobile Payment-Technologie, da aufgrund der Vielfalt der Technologien noch nicht eindeutig prognostiziert werden konnte, welche der Anbieter sich im Markt bewähren wird.
Viele Kunden wünschen sich eine zuverlässige Mobile-Payment-Lösung, die immer einsetzbar ist und mit „Pay“ hat Samsung wohlmöglich einen Schritt in die richtige Richtung getätigt. Dadurch, dass für diese Technologie weder iBeacons, noch NFC-Chips verbaut werden müssen, sondern bereits vorhandene Magnetstreifen genutzt werden, könnten Geschäftsstellen ihren Kunden diesen Dienst sofort ohne jegliche Umrüstungskosten anbieten. Es bleibt also abzuwarten wie „Pay“ in den USA und Südkorea von den Kunden angenommen wird und wie sich der Mobile Payment-Markt daraufhin verändern wird. Selbstverständlich informieren wir von der creative workline GmbH Sie darüber, sobald uns neue Informationen oder gar Nutzungs- und Umsatzstatistiken zur Verfügung stehen. Natürlich stehen wir Ihnen gerne bei Fragen zu dieser oder anderen Thematiken des mobilen Marktes oder speziellen Fragen zur Umsetzung ihres App-Projektes zur Verfügung.